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Wochenbett

Was ist das Wochenbett?

Das Wochenbett ist die Zeit direkt nach der Geburt, in der sich der Körper der Mutter langsam zurückbildet und auf die neue Lebensphase einstellt. Es dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen – medizinisch betrachtet ist es die erste Phase nach der Geburt mit körperlichen, hormonellen und emotionalen Veränderungen.

Was passiert mit meinem Körper im Wochenbett?

Typische Veränderungen sind:

  • Wochenfluss (Lochien) – Blutung über mehrere Wochen, anfangs stark, dann schwächer
  • Rückbildung der Gebärmutter
  • Spannungsgefühl in der Brust, Milcheinschuss
  • Veränderungen im Beckenboden und ggf. Schmerzen nach Dammriss/Kaiserschnitt
  • Stimmungsschwankungen durch hormonelle Umstellung („Baby Blues“)

→ Wichtig: Nimm dir Zeit und Ruhe – das Wochenbett ist eine Zeit der Erholung.

Wie verläuft die Nachsorge?

  • Eine Hebamme betreut dich zuhause in den ersten 12 Wochen – mit bis zu 16 Besuchen (Kassenleistung)
  • Zusätzlich wird in der 6. bis 8. Woche nach Geburt eine gynäkologische Nachuntersuchung empfohlen
  • Wir besprechen dabei: Rückbildung, Zyklus, Verhütung, Narbenheilung, psychisches Befinden

Wann darf ich wieder Sport machen?

  • Grundsätzlich gilt: Nach der Geburt braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen. Bewegung ist gesund – aber mit Bedacht.
  • Was ist möglich – und ab wann?
  • Spaziergänge und sanke MobilisaAon ab den ersten Tagen nach der Geburt
  • Rückbildunggymnastik ab ca. 6-8 Wochen postpartal (bei Kaiserschnitt ggf. später)
  • Kein Hochleistungssport oder Bauchtraining im Frühwochenbeh

→ Rückbildungskurse werden von vielen Hebammen und Physiotherapeut:innen angeboten

Was ist eine Rektusdiastase?

Während der Schwangerschaft weichen die geraden Bauchmuskeln auseinander, um Platz für die Gebärmutter zu schaffen – das nennt man Rektusdiastase.

Nach der Geburt schließen sich die Muskeln langsam wieder – bei vielen Frauen bleibt aber eine Lücke in der Bauchmitte bestehen.

Symptome können sein:

  • sichtbare Kuhle oder Wölbung am Bauch bei Belastung
  • schwacher Beckenboden
  • Rückenschmerzen oder Haltungsprobleme

Was hilft bei der Rückbildung:

  • Gezielte Übungen zur Kräkigung der Aefen Bauchmuskeln
  • Ggf. spezieller Bauchgurt zur Stabilisierung

Wie lange dauert der Wochenfluss?

  • Meist 4 bis 6 Wochen, anfangs blutig-rot, später bräunlich-gelb
  • Kein Tampon oder Menstruationstasse verwenden – Infektionsrisiko
  • Bei Fieber, üblen Geruch oder ungewöhnlich starker Blutung und Bauchschmerzen: bitte Kontakt aufnehmen

Was ist ein „Baby Blues“ – und wann ist Hilfe wichtig?

In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich viele Frauen emotional instabil, gereizt oder traurig – das ist normal und hormonell bedingt. Dieser „Baby Blues“ klingt meist nach wenigen Tagen ab.

Wenn jedoch:

  • Gefühle der Überforderung anhalten
  • Schlafstörungen, Schuldgefühle oder Rückzug auftreten
  • keine Bindung zum Kind empfunden wird

→ Dann kann eine Wochenbettdepression vorliegen. Bitte nimm das ernst – du bist nicht allein. Sprich mit uns oder deiner Hebamme.

Was, wenn das Stillen nicht gleich klappt?

Stillen ist ein natürlicher, aber nicht immer einfacher Prozess.
Hilfreich:

  • viel Hautkontakt mit dem Baby
  • häufiges Anlegen – auch wenn zunächst wenig Milch kommt
  • Geduld und Unterstützung durch deine Hebamme

→ Stillprobleme sind häufig – wir beraten dich gerne oder vermitteln Stillberatung.

Wann beginnt mein Zyklus wieder?

  • Bei vollem Stillen: oft erst nach mehreren Monaten
  • Bei Flaschenfütterung: der Eisprung kann schon nach wenigen Wochen wieder einsetzen

→ Verhütung ist also auch im Wochenbett ein Thema – sprich uns frühzeitig an.

Welche Verhütung ist im Wochenbett möglich?

  • Stillen allein schützt nicht zuverlässig vor einer erneuten Schwangerschaft
  • Mögliche Optionen ab der 6. Woche:
  • Minipille (stillverträglich)
  • Kondome
  • Hormonspirale (nach Rückbildung, frühestens 6–8 Wochen)
  • Kupferkette oder Kupferspirale

→ Wir beraten dich individuell bei der Nachuntersuchung

Wann darf ich wieder Geschlechtsverkehr haben?

  • Medizinisch möglich, sobald du dich wohlfühlst
  • Kondome zum Schutz vor InfekAonen bis Wochenfluss beendet ist
  • Gleitmittel kann anfangs hilfreich sein

Wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen?

Unbedingt, wenn du:

  • Fieber bekommst oder Schmerzen im Unterbauch hast
  • stark blutest
  • auffälligen Ausfluss bemerkst
  • dich emotional dauerhaft belastet fühlst
  • Probleme mit dem Stillen oder der Wundheilung hast

→ Du kannst dich jederzeit an uns wenden – auch kurzfristig.

Was kann ich tun, wenn meine Brust hart, gerötet oder schmerzhaft ist – handelt es sich um eine Brustentzündung (Mastitis)?

Im Wochenbett kann es durch Milchstau oder kleine Hautverletzungen an der Brustwarze zu einer Brustentzündung (Mastitis) kommen.

Typische Anzeichen sind:

  • eine gerötete, schmerzhafte und überwärmte Brust, meist einseitig
  • Spannungsgefühl oder Knoten
  • allgemeines Krankheitsgefühl, manchmal mit Fieber über 38 °C

Was du tun kannst:

  • Die Brust regelmäßig und vollständig entleeren – durch Stillen oder Ausstreichen
  • Wärme vor dem Stillen und Kühlen nach dem Stillen (z. B. mit Quarkwickel oder Kühlpad)
  • Viel Ruhe und Flüssigkeit
  • Deine Hebamme kann dich dabei eng begleiten

Wenn Fieber auftritt oder die Beschwerden sich nicht bessern, sollte die Mastitis ärztlich abgeklärt werden – ggf. ist eine Antibiotikatherapie notwendig, um Komplikationen wie einen Abszess zu verhindern.

Wichtig: In der Regel kann und soll weiter gestillt werden, auch bei Entzündung – wir beraten dich gerne individuell.

→ Fragen zum Wochenbett oder zur Nachsorge? Wir begleiten dich gerne persönlich.

Dr. med. Tessa Huber
Dr. med. Tessa Huber
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Dr. med. Dietmar Huber
Dr. med. Dietmar Huber
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

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